Luxus-Pkw: Betrieblicher Ansatz ja, aber Grenzen der Abzugsfähigkeit

Auch wenn unangemessene Aufwendungen betrieblich veranlasst sein mögen, sind nicht nur nach Auffassung der Finanzverwaltung Grenzen zu beachten. Dies bestätigte kürzlich der Bundesfinanzhof (BFH) für den Fall eines Tierarztes, der einen Luxus-Pkw geleast hatte.

Ein Tierarzt hatte einen Ferrari Spider über eine Laufzeit von 36 Monaten geleast und von Anfang an ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch geführt. Der Wagen wurde überwiegend privat genutzt; in den drei Leasing-Jahren wurden lediglich an 20 Tagen beruflich veranlasste Fahrten unternommen. Die Zuordnung der Aufwendungen des Sportwagens auf die berufliche und die privaten Sphäre sind auf Grundlage des Fahrtenbuchs vorgenommen worden. Während das Finanzamt lediglich 1 € je km zum Abzug zulassen wollte, zeigten sich die Finanzrichter zunächst großzügiger und erhöhten diesen Wert auf 2 €. Im Übrigen wurde die Klage abgewiesen, da der Sportwagen aus Sicht des FG weder zum notwendigen noch zum gewillkürten Betriebsvermögen zu zählen war.

Wie das Finanzgericht hat der BFH im Ergebnis unangemessene Kfz-Aufwendungen eines Freiberuflers angenommen und für diese Beurteilung im Urteil vom 29.4.2014 auf den sog. Fremdvergleichsgrundsatz abgestellt: Würde ein ordentlicher und gewissenhafter Unternehmer angesichts der erwarteten Vorteile und Kosten die Aufwendungen nach den Umständen des Einzelfalls ebenfalls auf sich genommen haben? Wegen des absolut geringen betrieblichen Nutzungsumfangs des Sportwagens sowie wegen der Beschränkung der wenigen Fahrten auf Reisen zu Fortbildungsveranstaltungen oder Gerichtsterminen und damit wegen fehlenden Einsatzes in der berufstypischen tierärztlichen Betreuung einerseits und des hohen Repräsentations- sowie privaten Affektionswerts eines Luxussportwagens für seine Nutzer andererseits beantworteten die Münchener Richter am BFH diese Frage mit Nein.

Das Finanzgericht hatte sich grundsätzlicher gegen die betriebliche Veranlassung bei einem Ferrari Spider gewandt. Das sah der BFH anders. Möglicherweise wäre die Entscheidung bei regelmäßigem Einsatz des Sportwagens im Rahmen berufstypischer Tätigkeiten anders ausgefallen. Jedenfalls kann von Unternehmern nicht verlangt werden, bei Kfz-Aufwendungen auf die Bremse zu treten.

Im Streitfall war für den BFH aus der ausgeübten Tätigkeit als Tierarzt (der mit dem Pkw z.B. zur Behandlung eines erkrankten Kanarienvogels fährt) nicht ersichtlich, wie ein Sportwagen hier den Geschäftserfolg fördern kann. Bei einer betrieblichen Nutzung an 20 Tagen innerhalb von drei Jahren scheint der Repräsentationsaufwand nicht entscheidend für den Unternehmenserfolg zu sein. Wer also mehr Erfolg haben will, sollte derartige Extrem-Konstellationen tunlichst vermeiden. Fragen dazu beantwortet gerne Ihr Ansprechpartner in unserem Hause: Gabriele Züll.

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